Ringe – das fixe Sicherungsmittel im Elbsandstein

Der erste, genaugenommen die zwei ersten, Ringhaken wurden wohl im Alten Weg am Großen Wehlturm 1905 gesetzt. Seit dem gibt es sie in vielen Größen und Ausführungen und vor allem leider auch in verschiedener Qualität. Eines haben jedoch alle Ringen gemeinsam, so solide sie auch gefertigt und gesetzt sein mögen, auch sie halten nicht unbegrenzt.

Zwei Welten - ausgewechselter, völlig unterdimensionierter und abgerosteter Ring und ausreichend dimensionierter Ring für Erstbegehungen

Zwei Welten – ausgewechselter, völlig unterdimensionierter und abgerosteter Ring und ausreichend dimensionierter Ring für Erstbegehungen

Normen für Sicherungsringe im Sandstein

Sandsteinringe müssen ca. 50 Jahre im Fels ihre Funktion erfüllen, trotz Verschleiß und Abrostung eine Bruchfestigkeit von 25 kN radial und 15 kN axial haben (Europanorm EN 12572 von 1998). Für eine schadlose Übertragung eines Fangstoßes von 25 kN ist eine Auflagefläche von 1250 mm² unter der Voraussetzung bester Steinqualität notwendig. Dies haben Versuche (Manfred Thieme und Pit Schubert) ergeben. Daraus resultiert ein Ringschaft-Sechskant der Schlüsselweite 22 mm mit der Länge von 200 mm. Die Schweißnaht des Ringes muß eine Zugfestigkeit von 70 – 80 kN aufbringen. Dann ist anzunehmen, dass der Normwert von 25 kN auch noch nach der Abrostung innerhalb eines Zeitraumes von 50 Jahren garantiert werden kann. Dieser Zeitraum entstammt einer Schätzung, wie oft ein Ring bei gegebener Sanierungsrate und der Riesenanzahl von Ringen im Gebirge durchschnittlich im Fels verbleibt.
Schaft und Ring bestehen aus ST37 B2.
Wegen der sehr unterschiedlichen Festigkeit des Sandsteins in den Klettergebieten der Sächsischen Schweiz stellen die geforderten Schaftabmessungen in einzelnen Fällen tatsächlich eine Überdimensionierung dar. Die Beurteilung des Gesteins hinter der Kieselrinde aber ist so schwierig, dass wir eine einheitliche Norm innerhalb der gesamten Sächsischen Schweiz fordern.
Ösen oder Ringschäfte ohne Ring werden von der KTA wegen der Gefahr eines Karabinerbruchs durch Querbelastung abgelehnt. Auch beim Gebrauch von Expreßschlingen besteht diese Gefahr. Daher fordert die KTA, ausschließlich Ringe einzusetzen.

Die KTA

Zum Download: Technische Zeichnung eines korrekt dimensionierten Sicherungsrings

Auszugsversuche von Sicherungsringen am Bärenstein und Gamrig

Im Sommer 2015 hat die KTA Auszugsversuche zur Ermittlung von Belastungsgrenzen bei Sicherungsringen durchgeführt. Dabei wurden verschiedene Ringe, mit unterschiedlichen Mörteln bzw. Blei, in weichem und mittelhartem Sandstein getestet. Eine Kurzfassung der Ergebnisse dazu findet ihr im Mitteilungsblatt Q3/2015.

 

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