Nachrichten aus dem Verein

Regelung zur Magnesiabenutzung in den Steinbrüchen des SBB

Im letzten Heft stand die Ankündigung, ein Magnesiaverbot in unseren Steinbrüchen vorzubereiten. Der dazu gehörende Beschluß des Vorstands beruhte jedoch auf zumindest teilweise falschen Informationen. Die Steinbrüche liegen entgegen der bisherigen Annahme außerhalb des Landschaftsschutzgebiets „Sächsische Schweiz“. Das gibt uns einen Entscheidungsspielraum, der sonst nicht da wäre.
Die aufgekommene Diskussion zeigt aber, daß es sich lohnt, über diese Frage gründlicher nachzudenken. Wir bitten Euch, mit uns in eine Diskussion einzusteigen. Zur Unterstützung haben wir hier die wesentlichen bekannten Argumente zusammengestellt.

Für ein Verbot spricht:
– Das Gestein ist Sandstein.
Hier braucht man kein Magnesia.

– Magnesia verschlechtert die Griffqualität langfristig.
Die natürliche Felsrauhigkeit wird zugesetzt und
Feuchtigkeit angezogen.

– Wenn einmal mit dem Magnesiaeinsatz begonnen wurde,
sind die Nachfolgenden regelrecht gezwungen,
ebenfalls in den Beutel zu greifen.

– Die Freigabe fördert langfristig die Gewöhnung an
Magnesia. Der Einsatz wird zur Selbstverständlichkeit.

– Der Beschluß der Mitgliederversammlung 2006 über die
Verwendung von Magnesia beim Bouldern läßt sich
gedanklich leicht auf unseren Steinbruch ausdehnen.

– Das Verbot existierte bereits einmal,
wurde aber später mit Kenntnis des damaligen Vorstands
nicht durchgesetzt.

Gegen ein Verbot spricht:
– Die Verwendung von Magnesia ist etabliert.
Eine Änderung dieses Zustandes bedeutet einen Kraftakt.

– Die Griffe sind verschmiert. Die „Nötigung“ des
Nachfolgenden (s.o.) findet bereits statt.
Eine vollständige Reinigung ist schwierig.
(Eine weitgehende Reinigung wird jährlich durchgeführt!)

– Es handelt sich nicht um natürlichen Fels,
sondern um eine Kletteranlage
(siehe Genehmigungsbescheid).
Fast alle Routen sind künstlich geschlagen.
Unsere Kletterregeln anzusetzen ist unangemessen.

– Es existiert eine wachsende Gruppe von Kletterern,
die gern nach anderen als den Sächsischen Regeln
klettern will. Der SBB möchte ihnen Angebote machen,
um die Besonderheiten des Kletterns in der
Sächsischen Schweiz leichter bewahren zu können.

– Erfreulicherweise werden Einschränkungen durch unsere
Regeln an den Gipfeln weitestgehend akzeptiert.
Unsere Steinbrüche schaffen dafür ein Ventil,
weil es solche Verbote nicht gibt.

Der Vorstand hat beschlossen, die Umsetzung seines Beschlusses vorerst auszusetzen. Zum jetzigen Stand der Diskussion hat der Vorstand jedoch den Wunsch, daß in unseren Steinbrüchen ohne Magnesia geklettert wird.