Nachrichten aus dem Verein

Zur parteipolitischen Instrumentalisierung des Bergsports

Dem Vorstand lagen mehrere Anträge zum Ausschluss des Mitglieds Steffen Konkol vor. Steffen Konkol kandidierte für die NPD zur Landtagswahl 2009 in Sachsen und war in diesem Zusammenhang auf einer Vielzahl von NPD-Wahlplakaten in der Sächsischen Schweiz als Bergsteiger mit dem Slogan „Einen von uns wählen“ abgebildet. In der Vorstandssitzung am 05.10.2009 wurde einem Ausschluss gemäß § 12 SBB-Satzung nicht zugestimmt.

Die Voraussetzungen für einen Ausschluss lagen nicht vor. Steffen Konkol ist auf den NPD-Wahlplakaten nicht als SBB-Mitglied aufgetreten und hat nicht erkennbar direkt gegen Zwecke und Ansehen des SBB und des DAV gewirkt. Ein parteipolitisches Engagement innerhalb des Vereins konnte nach umfassender Prüfung nicht festgestellt werden. Damit waren satzungsgemäße Gründe für einen Ausschluss nicht gegeben.

Der SBB steht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und tritt für religiöse, weltanschauliche und ethnische Toleranz ein. Der SBB steht für Gleichberechtigung aller Menschen, unabhängig von deren Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat, Herkunft, Glaube und Anschauung. Steffen Konkol ist sowohl in der für jeden zugänglichen SBB-Arbeitsgruppe Felsklettern als auch in der Jugendarbeit der NPD aktiv. Ihm wurde nahe gelegt, sein Engagement in der AGF des SBB zu beenden.

Der Sächsische Bergsteigerbund engagiert sich für die Förderung und die Erhaltung der Kletter- und Wandermöglichkeiten sowie beim aktiven Naturschutz in der Sächsischen Schweiz. Der SBB ist parteipolitisch neutral. Dies bedeutet insbesondere, dass jegliche parteipolitische Aktivität innerhalb des Vereins unerwünscht ist und unterbunden wird. Besonderen Wert legen wir auf die politische Unabhängigkeit des Bergsteigens. Das Klettern und Wandern darf nicht von Parteien – wie sonst vieles – instrumentalisiert werden. Einzelne Parteien setzen in ihrer Jugendarbeit vermehrt auf die Bindungswirkung von Klettergruppen. Der Vorstand hatte hierauf schon in der Vergangenheit hingewiesen und wird die Entwicklung weiter kritisch beobachten.