Sachstand zum Projekt Johanniswacht

Liebe Klettergemeinschaft,
an dieser Stelle informieren wir über den Sachstand zum Projekt Johanniswacht. Im Rahmen dieses Projektes werden ausgewählte Kletterwege in der Gipfelgruppe der Johanniswachtmit nachträglichen Sicherungsringen ausgerüstet. Diese Ringe sind durch blaue Markierungen als nachträgliche Projektringe (PnR) identifizierbar. Das Projekt Johanniswacht ist vom SBB abgestimmt sowohl mit dem Grundeigentümer, dem Staatsbetrieb Sachsenforst / Forstbezirk Neustadt, als auch mit der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz als zuständiger Naturschutzbehörde.

Die Installationsarbeiten an der Johanniswacht haben begonnen und auch 2018 werden weitere Anstiege im Rahmen des Projektes umgesetzt. Die wichtigsten Informationen haben wir für Euch in einem Dokument zusammengefasst, welches ständig auf dem aktuellen Stand gehalten wird.

Nachtrag zum Kletterführer

 

Aktuelle Projektentwicklung (Neueste oben)

Stand 30.06.2019

Bei der dritten Begehung der Schlichtungsgruppe wurden die letzten Wege der zweiten Projektstufe besprochen.

Johannisturm SW-Kante V

Die Projektgruppe konzipierte für diesen Weg zwei nachträgliche Ringe. Die Befürworter des Konzeptes stellten heraus, dass der Weg an eben diesen zwei Positionen eine Schlüsselstelle bereithält. Bei einer Begehung des Weges und anschließender Diskussion verortete die Schlichtungsgruppe die Schlüsselstelle am geplanten Standort des oberen Ringes und schlug vor auf den unteren der beiden Ringe zu verzichten.

Friederike SW-Wand und Neue SW-Wand

Die beiden Wege liegen direkt nebeneinander. Die Gruppe diskutierte und verabredete sich auf ein Experiment: Die „Neue SW-Wand“ soll den vorgeschlagenen nachträglichen Projektring erhalten und in der „SW-Wand“ soll auf den vorgeschlagenen Projektring verzichtet werden. Es wurde die These in den Raum gestellt, dass die „SW-Wand“ trotz des Verzichtes auf die nachträgliche Sicherung öfter geklettert werden wird.

Mauerblümchen AW III

Die Projektgruppe konzipierte für diesen Weg im unteren Schwierigkeitsbereich einen nachträglichen Ring, um damit Kinder und Anfänger anzusprechen. Über diesen Ring wurde zu den Schlichtungstreffen heftig diskutiert. Der Weg ist mit der Schwierigkeit III außerhalb der Projektkriterien (IV bis VII) und wird häufig begangen. Am Ende der Diskussion stimmt die Gruppe dem Ring zu und fordert, dass das Einhängen des Ringes erst nach Lösen/Verlassen des Absatzes möglich ist.

Fritziturm O-Weg

Bei einer Begehung wurde der vorgesehene Ringstandort präzisiert. Dieser soll ca. 1 bis 1,5 Meter über dem im Konzeptbild markierten Standort platziert werden und mit links aus einem guten Loch einzuhängen sein.

Fritziturm Talriß

Die Gruppe stellt fest, dass im Wegverlauf immer wieder Schlingenstellen aller Größen existieren. Gleichwohl sind die beiden vorgeschlagenen Ringstandorte nachvollziehbar. Im Kontext des Projektes wird die Eignung des Weges in Frage gestellt und ein Teilnehmer der Schlichtungsgruppe bietet an den Weg gründlich zu säubern und zunächst auf die beiden nachträglichen Ringe zu verzichten. Diese Säuberung ist inzwischen erfolgt. Die Gruppe möchte nach zwei Kletterjahren prüfen, ob der Weg dadurch häufiger geklettert wird.

Mauerblümchen Südwand

Die Gruppe präzisiert den Ringstandort und unterstreicht, dass es auch mit diesem nachträglichen Ring noch notwendig sein wird eine Schlinge im oberen Wanddrittel zu legen.

Artariastein Neuer Weg

Über den unteren nachträglichen Ring konnte in der Gruppe Einigkeit erzielt werden. Der Gruppe ist es wichtig, dass die Schlingensicherung über dem ersten nachträglichen Ring weiterhin notwendig bzw. sinnvoll ist. Das ist durch einen präzisierten Ringstandort gegeben. Die Gruppe befand außerdem auf den zweiten/oberen nachträglichen Ring zu verzichten.

Artariastein Var. z. AW

Die Position des vorgeschlagenen Ringes wurde durch die Gruppe bestätigt. Wie beim benachbarten „Neuen Weg“ soll auch hier die Schlinge in der Sperrschicht weiterhin notwendig sein.

Artariastein S-Weg

Die Gruppe begutachtet eine Schlingenposition nach der Weggabelung. Diese befindet sich rechts und ist nicht direkt zugänglich. Die Gruppe befindet auf den unteren Ring zu verzichten und bestätigt den oberen am vorgesehenen Standort (Weggabelung).

Artariastein Nette Wand

Im Jahr 2018 wurde der Weg (zum Zeitpunkt des Treffens) bisher 30 mal begangen. Die Gruppe spricht sich ob der hohen Begehungszahlen dafür aus die Entscheidung über diesen nachträglichen Ring an die AGnR zu überstellen.

Artariastein W-Weg

Der durch die Projektgruppe vorgesehene nachträgliche Ring wird von der Schlichtungsgruppe bestätigt.

Artariastein Juniweg

Bei einer Begehung des Weges wurde festgestellt, dass in Nähe des originalen 1. Ringes gute Möglichkeiten zur Sicherung mittels Schlingen bestehen. Daraus wurde die Möglichkeit abgeleitet den originalen Ring ca. einen Meter nach oben zu versetzen und dadurch auf den vorgeschlagenen nachträglichen Ring der Projektgruppe zu verzichten. Im oberen Wegverlauf wurde die Position eines nachträglichen Ringes präzisiert.

Artariastein Randstreifen

Da es am Tag des Treffens sehr heiß war wurde dieser Weg durch Abseilen inspiziert. Es wurde festgestellt, dass am vorgesehenen Standort des nachträglichen Ringes keine Schlingen liegen. Die Gruppe bestätigt diesen Ring.

Johannismauer O-Kante

Bei einer Begehung des Weges wird festgestellt, dass die Projektgruppe den Weg bei ihren Prüfungen zu weit rechts (auf der Wand) geklettert ist. Wird der Weg direkt an der Kante geklettert ergibt sich eine Schlingenmöglichkeit direkt an der Kante. Die Gruppe befindet auf den nachträglichen Ring zu verzichten.

Johanniskegel Talseite

Die Gruppe bestätigt die beiden vorgesehenen Ringe, wobei der obere Ring einen NR darstellt.

Bielawächter Spritztour

Die Gruppe befand, dass auf den unteren Ring verzichtet werden kann, da in dessen Nähe Schlingenmöglichkeiten existieren. Der zweite nachträgliche Ring soll mit dem Ring des vollständigen SO-Weges vermittelt werden und dabei der Abstand zum originalen Ring auf drei Meter eingehalten werden. Der originale Ring soll nicht wie vorgeschlagen versetzt werden, da die Schwierigkeiten umgehend nach Erreichen dieses Ringes nachlassen.

Stand 21.08.2018

Zum August 2018 sind an der Johanniswacht die folgenden Wege umgesetzt:

  • Pötzschturm W-Kante, SO-Variante, SW-Variante
  • Johanniskegel NW-Wand, Dir. S-Kante
  • Johannisturm O-Wand
  • Fritziturm SW-Kante, W-Wand, NW-Weg, Gelbe Variante
  • Johannismauer Gerader Weg, Neue N-Wand, Stumpfe Kante, Rechter Einstieg
  • Morsche Wand O-Rippe, Rubin
  • Atariastein N-Kante
  • Schusterturm Zieh´ die Leiste durch!, Schartenweg
  • Bielawächter SO-Weg, Vollständiger SO-Weg

Hervorzuheben ist, dass bei einer Ortsbegehung am 21.08.2018 die NW-Wand am Johanniskegel mit einem Ringabstand von 3,15 Metern und der NW-Weg am Fritziturm mit einem Ringabstand von 2,95 Metern umgesetzt wurden (vgl. Sachstand vom 05.02.2018 bei dem über den Ringabstand dieser beiden Wege beraten wurde).

Damit ist der erste Projektteil umgesetzt. Über die noch nicht umgesetzten Wege findet ein Streitschlichtungsverfahren statt (vgl. Sachstand 06.07.2017). Über den Fortlauf berichten wir an dieser Stelle.

Stand 02.07.2018

Die Installationsarbeiten gingen inzwischen weiter. Der oben verlinkte Nachtrag zum Kletterführer listet nun auch die N-Kante am Artariastein und die W-Wand am Fritziturm auf. Am Artariastein wurde der originale Ring der N-Kante saniert und somit gilt dieser Weg im Projektrahmen als abgeschlossen. Am Fritziturm wurde ein PnR in der W-Wand installiert und dessen Position im Detail mit dem Erstbegeher abgestimmt.
Mit dem Mitteilungsblatt 2018/Q2 wird ab Seite 7 in einem gemeinsamen Beitrag von Christoph Lehmann und Tom Ehrig über den Schlichtungsprozess informiert. Christoph Lehmann verweist für die Historie des Projektes insbesondere auf die beiden Onlineangebote teufelsturm.de und pilotprojekt-johanniswacht.de mit einer Sammlung von Meinungen zum Projekt.
Am 10.06.2018 fand ein Treffen der Schlichtungsgruppe an der Johanniswacht statt. Dabei wurden von verschiedenen Seilschaften ein Paar der Wege geklettert, die Teil des Schlichtungsverfahrens sind (vgl. Stand 06.07.2017). Ein Gewitter beendete dann das Klettern und die Gruppe tauschte sich über das Für und Wider des Projektes aus. Es wurde vereinbart weitere Treffen dieser Art zu verabreden.
Beim Sachstand zum 05.02.2018 sind uns zwei Berichtigungen entwischt, die hiermit nachgereicht werden:
Johanniskegel NW-Wand: Im Konzept ist ein PnR über einem originalen Ring vorgesehen. Der originale Ring sollte zur Einhaltung des Abstandes von drei Metern nach unten versetzt werden. Im Blick auf den gesamten Weg wird auf die Versetzung des originalen Ringes verzichtet und der PnR möglichst unter Einhaltung des 3 Meter Abstandes installiert. Aller Voraussicht nach wird der Abstand zwischen den beiden Ringen aber etwas geringer ausfallen.
Johanniskegel Dir. S-Kante: Auf die Versetzung des originalen Ringes wird verzichtet, da die Gesteinsqualität nur mit mäßig zu beurteilen ist. Um den originalen Ring aus festen Strukturen einhängen zu können wird der Ring nicht versetzt. Der vorgesehene PnR wird 3 Meter unterhalb des originalen Ringes installiert und wird sich demzufolge etwas weiter unterhalb als im Konzept vorgesehen befinden.
Außerdem wurde bei der Februar Sitzung des Vorstandes über den „Schartenweg“ und den Weg „Zieh die Leiste durch“ am Schusterturm gesprochen. Dadurch ergaben sich aber keine Abweichungen gegenüber dem Konzeptpapier.

Stand 20.03.2018

Eine gemeinsame Schlichtungsrunde von Befürwortern und Kritikern des Projektes fand am 20.03.2018 statt. Dazu wird ein gemeinsam verfasster Beitrag im Mitteilungsblatt 2/2018 veröffentlicht.

Stand 14.02.2018

Hinsichtlich des Schlichtungsverfahrens hat sich eine Gruppe von Befürwortern des Projekts getroffen. Im weiteren Verlauf des Schlichtungsverfahrens ist ein gemeinsames Treffen der beiden Gruppen vorgesehen. Ein Termin steht abschließend noch nicht fest (vgl. 17.10.2017 und 13.07.2017).

Stand 05.02.2018

Die Installation von nachträglichen Projektringen (PnR) an der Johanniswacht erfolgt nach einem abgestimmten Projektplan. Bei der Umsetzung durch einen Hauptamtlichen KTA-Mitarbeiter werden die örtlichen Gegebenheiten geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass es sinnvoll wäre, vereinzelt Ringpositionen anzupassen und laut Konzeptpapier vorgesehene Ringe nicht zu installieren. Diese Einschätzung wurde an den Vorstand für Bergsteigen und den Leiter der PG Johanniswacht kommuniziert. In der am 05.02.2018 stattgefundenen Vorstandssitzung des SBB wurde dies diskutiert und im Ergebnis in einem Beschlusstext festgehalten. Dieser sieht folgende Änderungen gegenüber dem Konzeptpapier vor:

  • Pötzschturm S-Kante: Auf die Installation des vorgesehenen PnR wird verzichtet, da nach der Reinigung des stark verwachsenen Kletterweges zwei gute Schlingenstellen in unmittelbarer Nähe des PnR entdeckt wurden.
  • Schusterturm Talweg und Gerader Talweg: Der Erstbegeher des Talweges hat sich gegen die Installation der beiden vorgesehenen PnR ausgesprochen. Da der Vorschlag des Konzeptpapiers für diese beiden Wege im Zusammenhang zu sehen ist, wird auf die Installation von insgesamt 4 PnR verzichtet.
  • Mauerblümchen Aus Trotz: Der vorgesehene PnR befindet sich im Alten Weg und somit in einem oft begangenen Weg. Die Entscheidung über die Installation dieses PnR wird auf einen Zeitpunkt nach dem Schlichtungsverfahren verschoben.
  • Johannisturm O-Wand: Auf den obersten PnR wird verzichtet. Der zweite originale Ring wird nach oben versetzt. Zwischen den beiden originalen Ringen wird ein PnR gesetzt.
  • Morsche Wand Rubin: die beiden vorgesehenen PnR werden jeweils etwas weiter unten installiert.
  • Morsche Wand O-Rippe: Auf den 2. PnR wird verzichtet. Der 1. PnR wird etwas weiter oben installiert.
  • Bielawächter SO-Weg: Der 1. PnR soll etwas weiter unten installiert werden.
  • Fritziturm Gelbe Variante: Auf die Installation des 2. PnR wird verzichtet, da in unmittelbarer Nähe sowie unterhalb des geplanten Ringstandortes Möglichkeiten für Schlingen bestehen. Die Installationsarbeiten an diesem Weg sind somit abgeschlossen.
  • Fritziturm NW-Weg: Der erste PnR ist bereits installiert. Da dieser sehr schnell überstiegen ist, wird der vorgesehene 2. PnR deutlich weiter unten installiert.

Stand 01.01.2018

Im Jahr 2017 wurden an der Gipfelgruppe der Johanniswacht die folgenden Kletterwege abschließend mit nachträglichen Projektringen ausgerüstet:

  • Pötzschturm Westkante, Südostvariante, Südwestvariante
  • Fritziturm Südwestkante, Gelbe Variante
  • Johannismauer Gerader Weg, Neue Nordwand, Stumpfe Kante, Rechter Einstieg
  • Bielawächter Vollständiger Südostweg

Stand 17.10.2017

Hinsichtlich des Schlichtungsverfahrens hat sich eine Gruppe von Projektkritikern mit drei Moderatoren (2x Landessportbund; 1x Stadtsportbund Dresden) getroffen.

Stand 13.07.2017

Der erste und zweite Vorsitzende des SBB besprachen gemeinsam mit einem Vertreter des Landessportbundes und einem Vereinsberater des Stadtsportbund Dresden die Situation zum Projekt Johanniswacht. Aus diesem Gespräch heraus wurde das Ziel formuliert einen Streitschlichtungsprozess zwischen Befürwortern und Kritikern des Projektes zu starten. Dieser Schlichtungsprozess soll von einem Schlichter (Landessportbund) extern moderiert und begleitet werden. Im weiteren Verlauf sollte die allgemeine Bereitschaft zu einem solchen Schlichtungsverfahren geprüft und ggf. die Gruppen von Befürwortern und Nicht-Befürwortern gebildet werden bzw. in Erfahrung gebracht werden.

Stand 06.07.2017

Die PG Johanniswacht wird damit beauftragt die Kletterwege umzusetzen bei denen die KER-Kriterien erfüllt sind. Dies umfasst 25 Kletterwege. Die übrigen 17 im Konzeptpapier betrachteten Kletterwege erfüllen diese KER-Kriterien nicht. Über die Umsetzung dieser 17 Kletterwege wird nach Abschluss eines vom Landessportbund begleiteten Streitschlichtungsverfahrens zwischen Kritikern und Befürwortern des Projektes entschieden.

Stand 02.05.2017

Die Auszählung der Ergebnisse erfolgte am Abend des 02.05.2017. Von 10.837 stimmberechtigten Mitgliedern wurden 3.001 gültige Stimmen abgegeben. Das Projekt Johanniswacht wurde von 2.194 Mitgliedern (73,1%) befürwortet und von 807 Mitgliedern (26,9%) abgelehnt. Das Projekt wird nun umgesetzt.

Kurze Zusammenfassung zur Abstimmung

Hintergrundinformationen zum Projekt

Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt und/oder Internet

Mitteilungsblatt Q1/2015 (Seite 12/13)

Mitteilungsblatt Q3/2015 (Seite 8)

Entwurf der Projektgruppe Pilotprojekt Johanniswacht (10.09.2016)

Projekt Johanniswacht wird 2017 entschieden (30.12.2016)

Mitteilungsblatt Q1/2017 (Seiten 9-12)

Unterlagen Abstimmung zum Projekt Johanniswacht (23.03.2017)

Aufruf zur Abstimmung für oder gegen das Projekt

Abstimmung Projekt Johanniswacht (03.04.2017)

Mitteilungsblatt Q2/2017 (Seite 10)

Meldung zur Umsetzung des Projekts nach dem Mitgliedervotum (07.07.2017)

Lagepläne zur Gipfelgruppe

Lageplan und Wegenetz Bielatal (Klefü Blatt 2), Johanniswacht: Mit Sachsenforst abgestimmter Plan Zugänge und Lagerplätze,

Zahlen und Fakten

Statistik zu Kletterwegen, Ringen, Begehungen und Kletterunfällen,

Sonstige Dokumente

Erstbegehungs- und Sanierungs-Charta des DAV, Tirol-Deklaration, DAV-Einschätzung zur Tirol-Deklaration