Sandsteinverfestigung

barbarine_sanierung

„Wegen Sanierungsarbeiten gesperrt!“ Im letzten Jahr mag dieser Hinweis am Einstieg der Eckfassade“ im Hirschgrund dem einen oder anderen Sportfreund den geplanten Klettertag vermiest haben. Doch derartige Maßnahmen sind notwendig um die bergsportlichen Aktivitäten an stark frequentierten Kletterwegen aufrechterhalten zu können, was eine der Aufgaben der Klettertechnischen Abteilung (KTA) des SBB darstellt.

Die Durchführung der Sanierungsarbeiten ist an eine Fünfjahresplanung sowie an folgende Nebenbedingungen gebunden: Die Jahresplanungen sind im Voraus anzuzeigen, der Verfestiger Oxal NK 100 ist vorgegeben, die behandelten Bereiche sind innerhalb von 2 Jahren nachzukontrollieren und die Sanierungsarbeiten sowie die Kontrollergebnisse sind zu dokumentieren. Bei Nichteinhalten der Auflagen kann im schlimmsten Fall die Ausnahmegenehmigung wieder entzogen werden. Prinzipiell darf nach einer Behandlung die Felsoberfläche erst nach 48Stunden wieder belastet werden!

Welche Möglichkeiten und Grenzen gibt es? Von dieser Methode sind keine Wunder zu erwarten. Der natürliche Verschleiß der Sächsischen Schweiz kann nicht in großem Umfang aufgehalten werden. Eine Sanierung in ihrer Gesamtheit ist nicht durchführbar. Es ist lediglich möglich, einige besonders schöne und stark frequentierte Wege zu retten. Konkretes Ziel ist es, das Absanden von Griffen und Tritten sowie den Abrieb von Sanduhren durch Legen und Entfernen von Schlingen zu vermindern. Für eine nachhaltige Wirkung muss genügend Felsstruktur vorhanden sein. Eine 1 cm starke Sanduhr oder fragile Griffschalen werden durch Verfestiger nicht haltbarer, nur abriebfester, weshalb ein Vergleich mit Sika oder Beton nicht zutreffend ist. Im Laufe der Zeit nutzt sich die verfestigte Schicht jedoch ab, wodurch Nachbehandlungen nötig werden.
Geplante Felsverfestigungen sind von der Landesdirektion Dresden im Rahmen von Fünfjahresplänen zu genehmigen.

Der Einsatz von Verfestiger kann also die kletterbedingte Erosion von Wegen bremsen. Der beste Schutz ist aber immer noch das verantwortungsbewusste Verhalten von uns Bergsteigern.
Dazu zählen Selbstverständlichkeiten, wie z.B. der reibungsarme Aufbau der Sicherungskette, die sorgsame Belastung von Griffen und Tritten sowie das vorsichtig
e Entfernen gelegter oder gefädelter Seilschlingen. Ebenso sollte ein Steigen oberhalb der Leistungsgrenze vermieden werden, was insbesondere beim Toprope-Klettern schnell vorkommen kann. Um lohnende Aufstiege effektiv sanieren zu können, seid ihr aufgerufen, die KTA über neue Verfestigungsvorschläge zu informieren. Eure Vorschläge werden geprüft und zur Entscheidung gebracht.
Bitte meldet nur Wege, die den folgenden Kriterien genügen:

  • besonders lohnende und stark frequentierte Wege
  • bindemittelarme (weiche) Gesteinsschichten
  • verstärkter Abrieb (z.B. durch Seilführung)
  • Erhalt einiger wichtiger natürlicher Sicherungspunkte

Interessierte Sportfreunde, die die KTA bei der Prüfung der Vorschläge sowie der weiteren Arbeit unterstützen möchten, melden sich bitte bei der KTA bzw. Geschäftsstelle des SBB.

Informationen zum Sandsteinverfestiger OH100

Datenblatt Sandstein-Verfestiger ab 2014 Rubberstein OH 100