Wanderfalkenbewachung

Ein Falke im Anflug.

In der Sächsischen Schweiz nisten Schwarzstörche, Wanderfalken und Uhus. Sie suchen sich für ihre Horste die besten Felsvorsprünge heraus. Sind die Felsen zufälligerweise auch Kletterfelsen, werden diese für uns Kletterer zeitlich befristet gesperrt. In dieser Zeit gehört den Vögeln der Fels und wir wünschen ihnen gute Bruterfolge. Während der Brut bewachen Mitglieder des SBB die Zustiege und Einstiege zu den Kletterwegen und sorgen somit für Ruhe am Fels.

Wenn ihr Lust habt, uns bei der Bewachung zu helfen, freuen wir uns über eine Nachricht.

Bilanz 2021

Durch den SBB wurden an Wochenenden und Feiertagen von Anfang April bis Mitte Mai 2021 Horstbewachungen organisiert und durchgeführt. Die zu bewachenden Horstschutzzonen wurden mit der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz abgestimmt.

Es wurde am Pfaffenstein am Kletterfels Zwillinge und im Bielatal bewacht. An beiden Plätzen kam es zum Verlust von Jungtieren und die Bewachungen wurden deshalb vorzeitig beendet. Die genauen Ursachen zu den Brutverlusten sind nicht bekannt. Trotz zahlreicher Anmeldungen von Helfern konnten nach Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung keine Bewachungen an anderen Horsten weitergeführt werden.

Insgesamt gab es nur sieben flügge Jungwanderfalken bei 12 Brutpaaren.

Im Bielatal wurde an 14 Tagen bewacht und es beteiligten sich 26 Personen. Am Pfaffenstein wurde an 10 Tagen bewacht mit insgesamt 26 Bewachern. 

Uwe Kretzschmar

Bilanz 2020

Positives von den Wanderfalken in der Sächsischen Schweiz

Nachdem die letzten Jahre eine rückläufige Tendenz von ausgeflogenen jungen Wanderfalken zeigten, ist für dieses Jahr ein leichter Anstieg zu vermelden. Dabei profitierten vermutlich auch die Wanderfalken von dem Umstand, dass das Felsengebirge im April, wenn die Wanderfalkenjungen die meiste Ruhe und den Schutz der Altvögel benötigen, nur von wenigen Besuchern, Wanderern und Kletterern hätten gestört werden können. Denn durch die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom Frühjahr 2020 waren u.a. Ausgangsbeschränkungen festgelegt.

Dies hatte auch Auswirkungen auf die seit Jahren durchgeführten Horstbewachungen durch den Sächsischen Bergsteigerbund. Obwohl die Falken bereits seit Ende März mit der Brut beschäftigt waren, wurden Bewachungen erst ab Mai notwendig sowie möglich und dauerten bis Anfang Juni. An Wochenenden und Feiertagen wurde am Pfaffenstein im Bereich des Klettergipfels Nordturm und im Bielatal am Großen Grenzturm bewacht.

Ab Ende Mai war ohne erkennbare Gründe der Brutplatz am Nordturm leer und die Bewachung wurde dort nicht fortgesetzt. Nach Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung wurden ersatzweise Bewachungen von Ende Mai bis Anfang Juni im Großen Zschand durchgeführt. Am Großen Grenzturm wurde die Bewachung im Juni erfolgreich abgeschlossen. Dort flogen vier junge Wanderfalken aus.

Insgesamt wurden 2020 in der Sächsischen Schweiz 14 Paare bzw. elf Brutpaare gezählt. Es flogen 16 Jungfalken aus. Gegenüber dem Vorjahr, als nur sechs Jungwanderfalken ihre Nester verließen, ist das Ergebnis erfreulich. Hoffen wir, dass sich auch im kommenden Jahr ein positiver Trend fortsetzt.

Uwe Kretzschmar

Bei der Durchführung der Wanderfalkenbewachung werden wir durch den Freistaat Freistaat Sachsen unterstützt.

Auszeichnung für Uwe Kretzschmar

Der Nationalparkleiter Dr. Butter dankte am 14. März 2017 im Namen des sächsischen Umweltministeriums SBB-Mitglied Uwe Kretzschmar für seine langjährige Organisation der Wanderfalkenwacht durch Bergsteiger. Uwe Kretzschmar von der AG Natur- und Umweltschutz erhielt eine „Ehrenurkunde des sächsischen Umweltministers für langjährige verdienstvolle Arbeit für den Schutz von Natur und Landschaft im Freistaat Sachsen“ überreicht. Gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung, insbesondere mit dem Falkenexperten Ulrich Augst, organisiert Uwe in jedem Jahr die Bewachung von jeweils zwei Wanderfalkenhorsten durch insgesamt etwa 40 Bergsteiger und Naturfreunde.

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