Gipfelpatenschaften

Wer war nicht schon enttäuscht vom Zustand zahlreicher Kletterwege und Klettergipfel? Vielfach sind sie völlig zugewachsen oder stark beschattet. Dieser natürlichen Entwicklung versucht die AG Freischneiden entgegenzuwirken. Nun sind die Probleme mit dem Freischneiden der Kletterfelsen allein nicht gelöst. Wichtig ist, dass der neue Zustand dann so bleibt und auch unmittelbar an den Felswänden und Kletterwegen etwas passiert. Das übersteigt bei weitem die Kräfte der wenigen, ehranamtlich agierenden Mitarbeiter der AG. 

An den freigeschnittenen Kletterfelsen wäre es wichtig, die Kletterrouten und Felswände zu säubern und sauber zu halten. Dabei handelt es sich überwiegend um nicht so bekannte Felsen. Aber es sind unsere Felsen und es gibt nicht nur Extremkletterer, sondern auch Anfänger, Familien mit Kindern, Bergsteiger, welche gern mal ruhigere und kleinere Felsen bevorzugen. Nach unseren Erkenntnissen kann man leider viele Routen auf Grund von Bewuchs und Schmutz gar nicht mehr beklettern – obwohl sie keinesfalls unlohnend sind. 

Deshalb bitten wir ALLE Bergfreunde um Hilfe zur Mitarbeit

Wen suchen wir, wer kann mitmachen? 

Sektionen, Clubs, kleine Bergsteigergruppen bis hin zu Seilschaften und einzelnen Bergfreunden, welche die „Pflege“ von selbst ausgesuchten Kletterfelsen langfristig übernehmen möchten. 

Welche Voraussetzungen benötigt man? 

Engagement, dass sich die Situation an unseren Gipfeln verbessert. Guter fachlicher Umgang mit Seil- und Sicherungstechnik in teilweise schwierigen Wandbereichen. Möglichst gute Ortskenntnisse und Grundkenntnisse im Naturschutz. Die Arbeiten sind überwiegend körperlich anstrengend und auch schmutzig – also ist physisch gute Belastbarkeit von Vorteil. 

Wird Werkzeug benötigt? Wenn „Ja“, welches? 

Wer sich für dieses Engagement entschieden hat, benötigt schon etwas Werkzeug. Leider muss sich das jeder selbst zulegen. Nach unseren Erfahrungen sind eine kleine Handsäge, Drahtbürste(n), (harte) Handfeger, und eine Spitzkelle oder kl. Schaufel erforderlich. Notwendig sind natürlich auch ein (altes) Seil und div. Klettermaterialien (Karabiner, Schlingen…). 

Ihr habt Interesse? Dann meldet euch bitte für das Bielatalgebiet bei: guenter.priebst@freenet.de. Für das Gebiet der Steine und das Erzgebirgsgrenzgebiet bei: frank-rainer.richter@smul.sachsen.de 

Die Arbeit der Gipfelpaten basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem SBB und dem Forstbezirk Neustadt. In dieser Vereinbarung sowie im Merkblatt könnt ihr alles nachlesen, was für Gipfelpaten wichtig ist. 

Für den Nationalpark gibt es gegenwärtig noch keine Gipfelpatenschaften. Dies wird aber für Ausnahmefälle angestrebt. Fragen dazu bitte über: frank-rainer.richter@smul.sachsen.de 

Gipfelpaten werden BERUFEN. Sie dürfen ihre Arbeit erst beginnen, nachdem sie von den Verantwortlichen Mitarbeitern vor Ort – am Gipfel – EINGEWIESEN wurden.

 

In diesem Zusammenhang ersuchen wir alle Kletterer – auch außerhalb der Gipfelpatenschaften, niemals ohne Einweisung an Felsen Säuberungsarbeiten durchzuführen. 

Felsen sind besonders geschützte Biotope und meist als FFH-Lebensraum (nach Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie der Europäischen Union) kartiert. Damit verbunden ist die Pflicht zur Erhaltung dieser Habitate. Unbedachtes Handeln kann sogar zu Felssperrungen führen!

Günter Priebst AG-Leiter
Frank-Rainer Richter AG-Leiter
Arbeitsgruppen des SBB